ÜberLeben mit Reinhold Messner

(Ich habe von dieser Veranstaltung exakt zwei matschige Handyfotos gemacht, die ich für diesen Beitrag zu Unterhaltungszwecken digital bearbeitet habe).

Bevor ich mich für Berge, Alpinismus und Abenteuer interessierte, war Reinhold Messner für mich der Typ mir dem Yeti. Das ist, wie ich nun weiß,

  1. auch das, wofür ihn alle meine Freunde halten und
  2. eine unsinnige Reduzierung auf das wohl unwichtigste Element in seinem Leben

Als wäre Thomas Gottschalk in erste Linie der Sänger dieses einen Rock-Songs. Stimmt zwar und man darf sich darüber lustig machen, reduziert sein Leben aber auf den wirklich unnötigsten Teil (okay, Thomas Gottschalk hat auch kein Buch mit dem Titel „dieser eine Rock-Song“ veröffentlicht. Reinhold Messner hingegen…).

Irgendwann kamen also Berge und Bücher und eine zunächst etwas unkritische Bewunderung für den größten Abenteurer seit Amundsen. Die Rekorde kann man runterrasseln und versteht sie doch nicht. Daher nur kurz angerissen: Der Typ hat die höchsten Berge der Welt ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen. Das galt vor ihm als völlig unmöglich (und ist in keinster Weise mit dem heutigen “Schlange stehen am Mount Everest”-Tourismus vergleichbar). Er hat dabei nicht nur (Körper-)Teile seiner selbst, sondern auch seinen Bruder verloren. So ein Mensch hat viel gesehen, viel erfahren und dementsprechend viel zu erzählen. Eine Schande, dass wir zu häufig kleingeistigen Dummschwätzern eine Bühne geben, nur weil sie unüberhörbar laut nach einer rufen. Immerhin ruft Messner auch sehr laut.

Man kann Messner natürlich kritisieren, was viele Menschen getan haben und weiterhn tun, fragt mal den Deutschen Alpenverein oder Teilnehmer der Nanga Parbat-Expedition von 1970. Trotzdem wollte ich gerne zuhören und mir angucken, wie ein Mensch aussieht, für den der größte Kick im Leben nicht ein Schweiger-Tatort am Sonntagabend ist. Gelegenheit bot sein Vortrag zur Veröffentlichung seines Buches „ÜberLeben“.

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